Start Exoten Titanwurz
Titanwurz PDF Drucken E-Mail

Die Kultur des Amorphophallus rivieri var. konjac

Um zur Blüte zu kommen, müssen die Knollen der Titanenwurz erst einen Durchmesser von ca. 10 cm erhalten haben. Aber jedenfalls ist auch das einzige Blatt, das jedes Jahr neu entwickelt wird, sehr dekorativ (bis 2m hoch und 1.5 m breit). Die Kultur ist relativ einfach:

Sommer: Pflanzung (ca. 20 cm tief) in entsprechend großen Topf bzw. bei älteren Exemplaren wird evtl sogar ein 100 l Container nötig; halbschattig bis sonnig, jede Woche normal düngen, immer feucht halten (sobald das neue Blatt aus der Mitte der Knolle treibt), normale humusreiche, gut drainierte Erde.

 

Winter: mit natürlichem Absterben des Blattes (ab Mitte September/Anfang Oktober) Gießen stoppen, Abwarten bis Blatt trocken wird, danach Knolle entweder aus der Erde nehmen und kühl und trocken in Topf eingeschlagen frostfrei überwintern, oder aber den gesamten Topf einräumen und nicht mehr gießen. Bei großen Containern, die wegen ihres Gewichts und ihrer Größe nicht mehr bewegt werden können, sollte mit dem Gießen schon Anfang September aufgehört werden, damit die Knolle frühzeitig vor den ersten stärkeren Frösten einzieht. Die Knolle selbst hält leichten Frost (- 5 Grad Celsius in der Erde) aus, jedoch nicht das Blatt, so daß das Blatt schon vor dem ersten Frost abgestorben sein sollte. Andernfalls werden nicht genügend Nährstoffe eingelagtert und die Knolle kann nicht wachsen, im ungünstigen Falle wird sie sogar kleiner als im Vorjahr sein, was vermieden werden sollte.

 

Frühling: Man kann die Knollen problemlos schon Mitte April eintopfen (in entsprechend große Töpfe/Container (mind. 20 cm Durchmesser, besser grösser) und ins Freie stellen. Vorrübergehende leichte Fröste schaden den Knollen nicht, wenn sie in der Erde sind. Die Knollen besitzen teilweise noch Stücke der Ausläuferwurzeln, diese werden im Laufe des Winters oder aber spätestens während der nächsten Kulturperiode absterben, daher sehen die Knollen bis jetzt noch nicht typisch rund aus. Der rosa-weisse Hauptvegetationspunkt ist in der Mitte der späteren Knolle und dementsprechend nach oben einzutopfen. An den dicken Ausläuferwurzeln sind ebenfalls einige (kleinere) Vergetationspunkte, diese jedoch spielen keine Rolle (sterben entweder ab oder entwicklen eigenständige Seitenkollen nächstes Jahr).

Allgemeines

Die Titanenwurz aus Sumatra ist eine der spektakulärsten Erscheinungen in der Pflanzenwelt und wurde im 19. Jahrhundert von dem florentinischen Botaniker Odoardo Beccari (1843-1920) entdeckt.

Er beobachtete während einer Expedition im Atjer Mantior am 6. August 1878 Blätter und eine fruchtende Pflanze und am 5. September des gleichen Jahres ein blühendes Exemplar. Beccari schickte einige Knollen und Samen nach Florenz. Die Knollen gingen zugrunde, aber einige wenige Samen keimten aus, und von diesen Sämlingen wurden einige nach Kew gesandt. Dort gelangte eine Pflanze 1889, also 11 Jahre nach ihrer Entdeckung, zum ersten Mal außerhalb ihrer tropischen Heimat zur Blüte. Bereits im November des Entdeckungsjahres gab er seinen außergewöhnlichen Fund u.a. im Gardeners Chronicle bekannt und benannte die Pflanze Conophallus titanum. Arcangeli gab der Art 1879 ihren derzeit gültigen wissenschaftlichen Namen Amorphophallus titanum (Becc.)Becc. ex Arcang.

Die Kultur von Amorphophallus rivieri

Martin Wettges

Nach der Überwinterung in trockenem Torf bei etwa 10° bis 15° C werden die Knollen zwischen März bis Mai eingepflanzt, etwa 2 bis 3 cm tief, mit der Knospe nach oben. Geeignet ist jede hochwertige handelsübliche Topfpflanzenerde mit geringem Torfanteil, die zu etwa 1/4 mit nicht zu feinem Sand und zu 1/4 mit Tongranulat ("Seramis" o.ä.) zur besseren Durchlässigkeit versetzt wird. Auch keimfreie Rinde oder Farnwurzel ist zu diesem Zweck gut geeignet. Im ersten Kulturjahr genügt ein Blumentopf von etwa 12 cm Durchmesser. Mit zunehmendem Knollenwachstum werden immer größere Töpfe erforderlich. Eine blühfähige Pflanze bekommt einen Kübel von mindestens 50 bis 60 cm Durchmesser.
Die eingetopfte Knolle wird kräftig angegossen und erhält einen warmen, feuchten Platz.

Nach Blattaustrieb empfiehlt sich ein warmer, nicht allzu sonniger Standort. In Mitteleuropa ist die Kultur im Freien zumindest im Sommer kein Problem. In milden Gegenden soll selbst die ganzjährige Freilandkultur möglich sein: Mit einer dicken Laubschicht geschützt überstehen die Knollen einige Minusgrade.

Gedüngt wird wöchentlich mit gewöhnlichem Zimmerpflanzendünger. Recht gute Erfahrungen habe ich mit MAIROL® gemacht. Sobald das Blatt beginnt, gelb und welk zu werden, was etwa im September oder Oktober der Fall ist, wird das Gießen und Düngen schrittweise eingestellt. Von Oktober bis März erhält die Titanenwurz keinen Tropfen Wasser mehr. In dieser Zeit ist jeder dunkle Ort im Keller passend, sofern die Temperaturen etwa 10 bis 15° betragen.

Anfang März werden die Knollen ausgegraben. Man wird feststellen, daß sich mehrere Tochterknollen gebildet haben. Diese werden am besten einzeln in frisches Substrat eingetopft.

Eine Blüte ist zu erwarten, wenn die Knollen einen Durchmesser von mindestens 10 cm erreicht haben, was in unserem Klima etwa im fünften Kulturjahr der Fall ist. Sie erscheint erfahrungsgemäß während der Ruheperiode im Februar. Wird ein Blütentrieb bemerkt, ist die Knolle warm zu stellen. Gedüngt und gegossen wird erst, wenn die Blüte verwelkt ist. Dann beginnt wieder eine normale Vegetationsperiode.