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Kamelien Winterhärte:
DAS Thema beim Kamelienverkauf in Deutschland.

Wir haben an dieser Stelle für Sie aus dem großen Sortenkatalog diejenigen Kameliensorten herausgegriffen, die sich durch ihre Winterhärte auszeichnen.
Da wir erst seit Kurzem einen kleinen Kameliengarten im Freiland haben, können wir noch keine Angaben zur Winterhärte der einzelnen Sorten machen, die auf eigenen Erfahrungen beruhen. Die Informationen zur Winterhärte, die Sie bei mir finden, haben wir aus der uns zur Verfügung stehenden Fachliteratur recherchiert. Wenn Sie aus eigenen Erfahrungen über ergänzende oder auch abweichende Informationen zur Winterhärte bestimmter Sorten verfügen, so würden wir uns freuen, wenn Sie uns diese mitteilen würden. Wir sind selbstverständlich bestrebt, unsere Angaben ständig zu erweitern und zu präzisieren.

Da die Winterhärte der Kamelien nicht allein von der Sorte abhängt, sondern auch wesentlich vom Standort, der Klimazone und dem Kleinklima im Garten, haben wir darauf verzichtet, konkrete Angaben in Grad Celsius zu machen. Stattdessen verwenden wir die Abstufungen
         

• nicht winterhart
         
• bedingt winterhart
         
• winterhart
         
• besonders winterhart


1. Freilandkamelien
Grundsätzlich gilt: Pflanzen Sie nur Kamelien aus, die mindestens 4-5 Jahre alt sind. Jüngere Pflanzen auch frostharter Sorten sollten nicht ausgepflanzt werden, da sie von der Substanz her nicht kräftig genug sind, um unsere Winter gut zu überstehen.

Kamelien kommen ursprünglich aus dem fernen Osten (Japan, Südchina, Korea) und wachsen dort vor allem an Waldhängen mit relativ hoher Luftfeuchtigkeit. Einige Grundsätze für die Standortwahl von Freilandkamelien lassen sich hieraus ableiten:

Standort:
Ideal ist ein halbschattiger Standort, etwa unter einer lichten Baumgruppe. Besonders vor der winterlichen Morgensonne (siehe auch Punkt "Winterhärte" sollten Kamelien geschützt werden. Ein vollschattiger Standort wiederum würde die Knospenbildung beeinträchtigen, denn die Kamelie benötigt für die Knospenbildung im Sommer Sonnenlicht! Weiterhin mögen Kamelien windige Standorte gar nicht gerne - ideal ist ein Windschutz durch benachbarte Pflanzen oder eine nahe Mauer.

Erde:
Als Waldpflanze benötigen Kamelien leicht sauren Boden mit einem ph-Wert  zwischen 4.8 bis 5.5. Gegebenenfalls wird vor dem Pflanzen ein Loch ausgehoben und mit spezieller Kamelienerde oder Rhododendronerde aufgefüllt. (Siehe auch Punkt "Pflanzung"). Boden nie austrocknen lassen!

Düngung:
Kamelien sind recht genügsam. Am geeignetsten ist spezieller Kameliendünger bzw. Rhododendrondünger, den man in der halben angegebenen Dosierung gibt. Gedüngt wird nach der Blüte, wenn das Pflanzenwachstum einsetzt. Nach der Knospenbildung nicht mehr düngen!

Schnitt:
Kamelien vertragen Formschnitte in der Regel sehr gut. Der Rückschnitt erfolgt nach der Blüte, im Sommer können Durchschüsse gekürzt werden.

Winterschutz:
Die für die Überwinterung notwendigen Maßnahmen hängen sehr stark von der gewählten Sorte, dem Standort sowie der Klimazone ab. In der Regel sind folgende Maßnahmen hilfreich: Schutz der Wurzelscheibe durch eine dicke Schicht Rindenmulch oder Laub. Die Pflanze selbst ist vor der Morgensonne zu schützen; ein Winterschutz aus Zweigen, die zeltförmig um die Pflanze gestellt werden, hat sich bewährt. Alternativen sind Kokosflechtmatten bzw. Flies. Kunststofffolien sind wegen ihrer Wasserundurchlässigkeit nicht geeignet.

Pflanzung:
Kamelien sind Flachwurzler. Man hebt daher für die Pflanzung ein Loch aus, das etwa doppelt so breit ist wie der Wurzelballen. Diese wird mit Kamelien- oder Rhododendronerde aufgefüllt. Die Oberkante des Ballens soll nach dem Einpflanzen nicht tiefer liegen als im Topf!


2. Kamelien als Kübelpflanzen
Kamelien sind als Kübelpflanzen sehr gut geeignet. Besonders bei frostempfindichen Sorten, bei denen ein Auspflanzen in unseren Breiten nicht allzu erfolgversprechend wäre, ist die Topfkultur eine gute Alternative. Für die Wahl der Erde, Düngung sowie den Rückschnitt gilt das für Freilandkamelien Gesagte. Im Sommer fühlt sich die Kamelie auf einer halbschattigen Terrasse sehr wohl. Ein wichtiger Punkt ist die Überwinterung der Kamelie. Sie erfolgt idealerweise an einem hellen und kühlen Standort (empfohlen wird ein Temperaturbereich von ca. 2 bis 10 Grad Celsius). Kamelien sind keine echten Zimmerpflanzen und sollten nicht in beheizten Räumen mit Temperaturen um die 20 Grad Celsius überwintert werden. Gut geeignet für die Überwinterung ist ein ungeheizter Wintergarten, eine helle Garage, ggf. auch ein heller, kühler Hausflur o.ä. Während der Überwinterung nicht düngen und nur sparsam gießen.

Umtopfen:
Ein guter Zeitpunkt hierfür ist direkt nach der Blüte, ehe der Neuaustrieb beginnt. Als Substrat Kamelien- oder Rhododendronerde verwenden (leicht sauer).
 

Gießen:
Kamelien mögen es gerne gleichmäßig feucht. Staunässe sollte man vermeiden, ebenso das Austrocknen des Wurzelballens. Gegossen wird am besten mit weichem, kalkarmen (Regen)wasser. Während der Ruhephase im Winter sparsam gießen! Eine regelmäßige Dusche durch Besprühen mit Regenwasser tut jeder Kamelie gut!

Wenn Sie diese Anleitung drucken möchten, finden Sie hier eine Vorlage als PDF-Datei (2 Seiten, farbig).
Hinweis: Sie benötigen zum Anzeigen von PDF-Dateien ein externes Programm wie zum Beispiel den Acrobat Reader (R).

Weiterhin finden Sie, ebenfalls im PDF_Format, hier eine Pflegeanleitung für für Kamelien als Kübelpflanzen (1 Seite Din-A4).

und hier eine Pflegeanleitung für für Kamelien im Freiland (1 Seite Din-A4).

Diese Anleitungen sind im Verzeichnis /Ressourcen auf der CD auch als Word-Dokumente verfügbar, so dass Sie selbst Änderungen vornehmen können



Pflegehinweis:

In ihrer Heimat wächst die Kamelie unter dem schützenden Kronendach küstennaher Berg- oder Nebelwälder mit hoher Luftfeuchte. Kamelien sind subtropische Pflanzen, d.h. die Winter sind relativ kühl und die Sommer heiß. Bei uns benötigt die Kamelie im Winter einen hellen und kühlen Standort bei 2 bis 8°C und einer relativen Luftfeuchte von mindestens 60%. Kurzfristige Temperaturen bis -4°C werden von den meisten Sorten gut vertragen. Kamelien sind keine Wohnzimmerpflanzen! Im Sommer ist ein heller Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung, auch im Freien, ideal. Kalkfreies Gießwasser, ein schwach saures Substrat und, wenn nötig, ein physiologisch sauerer Dünger, sind eine wichtige Voraussetzung. Der natürliche Wachstumsrhythmus der Pflanzen bestimmt die notwendigen Pflegemaßnahmen: 1. Ruhezeit (ca. Oktober bis zum Ende der Blüte): heller und kühler Standort, wenig gießen und nicht düngen, bei zu nassem Stand Gefahr von Wurzelfäule und Absterben der Pflanze (Blätter verlieren Glanz). Übersprühen der Pflanze zur Erhöhung der Luftfeuchte ist günstig. 2. Vegetationszeit (Beginn des Austriebs bis etwa Juli): Regelmäßig gießen, um neue Blätter zu ernähren, Düngen mit einem physiologisch sauer wirkenden Dünger, schwach konzentriert. 3. Knospenbildung und Ausreife (Juni/Juli bis Sept./Okt.): Viel Licht und höhere Nachttemperaturen (über 15°C) nötig, sparsam gießen und nicht mehr düngen, nach Sichtbarwerden der neuen Knospen wieder mehr gießen. Blühfähige Pflanzen sollten nur etwa aller drei Jahre umgetopft werden. Dazu ist ein sauer wirkendes Substrat aus Kompost, Nadelerde oder Torf und etwas Lehm zu verwenden. Der neue Topf soll nur geringfügig größer sein. Zur Korrektur des Pflanzenwuchses kann ein Rückschnitt nötig und nützlich sein. Günstige Zeitpunkte für beide Maßnahmen sind unmittelbar nach der Blüte (bei noch nicht entfaltetem Neutrieb) oder nach dem Knospenansatz Ende August.Kamelienkrankheiten

SchadbildVorbeugungBekämpfung
Blattläuse
  
Blütenbräune
(Kamelienpest) Ciborinia camelliae. Neu in Europa. Blüten werden befallen und verfaulen innerhalb weniger Tage von innen nach aussen. Blüten entfernen und vernichten.
Braune Blätter
Ursache sind evt. Prallsonne in Südlage oder Sonnenschein auf gefrorene Blätter.  
Dickmaulrüssler
Buchtenfrass an den Blättern.  
Fäule
An Blüten, Knospen, Wurzeln und Stamm beruht auf ungünstigen Wachstumsbedingungen. Die geschwächten Pflanzen werden ein Opfer von Pilzkrankheiten.Pflegehinweise beachten.Befallenes abschneiden, soweit möglich. Stärkungsmittel spritzen, z.B. Algenpräparate, Moosextrakt.
Knospen- und Blätterfall
Ursache sind meistens falsche, übermässige Düngung, bzw. Kalkbeimengung, zu hohe Wurzeltemperatur, fehlende Bodenfeuchtigkeit (auch kurzfristige), zu trockene Luft oder schwankende Temperaturen; Standort über der Heizung. Dunkelheit bewirkt Blätterfall.Immer gut wässern mit weichem Wasser und die Blätter besprühen bis zur Knospenbildung. Für hellen Standort sorgen.Nur Düngen von E 5 - Mi 7, alle 14 Tage. Zur Blütezeit darf nicht mehr gedüngt werden, nur Ballen feucht halten und möglichst eine Temperatur nicht über 18° einhalten.
Mangelnde Blütenbildung
 Stickstoffüberdüngung vermeiden, ausreichende Bewässerung von 6 - 9. 
Schildläuse
Auf den Blattunterseiten Anhäufungen von etwa 2 mm langen Tieren mit Schild. Oft ein größerer Flecken um die Ansiedlung, verursacht durch ein Sekret, das beim Saugen abgesondert wird. Die Blätter verkrüppeln, sterben ab und fallen ab. - Befall auch von anderen Zierpflanzen wie Lorbeer, Oleander, Säckelblume, Zwergmispel u.a. Oft werden sie schon beim Kauf eingeschleppt.  
Schwacher Austrieb
im Frühjahr kann auf Kupfermangel beruhen..Dünger mit Spurenelementen benutzen.Blattdüngung mit Algenpräparaten oder Kupfersulfat.
Thripse
Silbrig-helle Zellen auf den Blättern, auf der Unterseite schwarze Kotflecken.  
Viren
Übertragung meistens durch Blattläuse und Zikaden. Blätter weisen helle Muster auf. Befallene Blätter entfernen und vernichten.