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Bereits mit wenigen Zitruspflanzen läßt sich auf Balkon und Terasse ein mediterranes Ambiente schaffen. Damit dies gelingt, müssen Sie bei der Wahl des Standortes und beim Pflanzenkauf einige wichtige Kriterien beachten. Mit exakten Pflanzanleitungen sowie Tips zur Auswahl entsprechender Gefäße werden Sie Ihre Zitruspflanzen richtig in Szene setzen. Zitrusqewächse pflanzen Pflanzsubstrat: Generell muß die Pflanzerde zur Kübelkultur besonders nährstoffreich, humos und durchlässig sein, um den Ansprüchen der stark zehrenden Zirtrusgewächse gerecht zu werden. Ein Gemisch aus 1/4 Heideerde, 2/4 Komposterde und 1/4 Sand entspricht am ehesten ihren Bedürfnissen. Durch den Zusatz von Heideerde entsteht ein leicht saures Milieu, die Komposterde bietet einen hohen Humus- und Nährstoffgehalt, der Sand ermöglicht eine ausreichende Sauerstoffversorgung der Wurzeln. Wann soll umgetopft werden? Zitruspflanzen sollten nur bei einer sehr guten Durchwurze-lung des Ballens umgetopft werden. Der beste Zeitpunkt liegt allerdings vor dem ersten Jahrestrieb - das sind je nach Kulturbedingungen die Monate Februar bis Mai. Zielpflanzen können in der Regel 1-2 Jahre im selben Topf bleiben. Es kann also alle 3 Jahre umgetopft werden. Hat die Pflanze bereits eine Größe erreicht, mit der sie nicht mehr umgetopft werden muß (zum Beispiel ein 3 m hoher Zitronenbaum), wird jeweils im Frühjahr nur die Oberfläche der Pflanzerde aufgefrischt, dann nur noch alle 5-6 Jahre, bei über 20 Jahre alten Bäumen alle 10-15 Jahre das Substrat gewechselt. Hierzu entfernen Sie entweder den Topf, bei »Versailler Kübeln« die Seitenteile und stechen die Außenschicht des Ballens vorsichtig ab. Anschließend topfen Sie den Baum mit frischem Substrat wieder im selben Kübel ein. Hinweis: Um ein optimales Anwachsen zu garantieren, darf der neue Topf nicht zu groß und im Durchmesser höchstens 4-10 cm breiter sein als der alte. Pflanzgefäße Langlebige Kübelpflanzen benötigen Gefäße, die für ihr Wohlbefinden sorgen Auch sollte das Pflanzgefäß in Qualität, Form und Wert der ausgewählten Zitruspflanze entsprechen. Ausgewachsene Zitronenbäume pflanzen Sie am besten in ein Gefäß von langer Lebensdauer (zum Beispie] Eichenholzkübel). Zitrusgewächse, die kurzzeitig, wie die Zitrone 'Meyer', oder sogar auf Dauer Frost vertragen, wie die Dreiblättrige Orange, müssen in frostfesten Gefäßen (Holzkübel, englische Whichford- Töpferware, begrenzt auch Impruneta- Terrakotta) eingesetzt werden. Hinweis: Industriell hergestellte Terrakottatöpfe oder tröge sind in der Regel nicht frostfest. Wichtig ist die Drainage. So muß ein Pflanztrog auf jeden Fall einen Wasserabfluß haben. Terrakottatöpfe haben am Boden eingelassene Löcher, bei »Versailler Kübeln« befindet sich bei kleineren Modellen ein galvanisiertes, perforiertes Blech, bei größeren ein Lattengerüst über dem Boden. Pflanzgefäße mit Wasserreserve sollten wegen Staunässegefahr nicht verwendet werden. Wichtig: Bei kleineren, in Übertöpfen eingesetzten Zitrusgewächsen sammelt sich leicht Gieß- oder auch Regenwasser im Topf an, dieses muß unbedingt regelmäßig abgeschüttet werden. Sie können zum besseren Wasserablauf und zur Belüftung der Pflanze von unten den Übertopf auch auf kleine Füße (zum Beispiel Steine) setzen. Entscheidend ist auch die Gefäßtiefe. Sie muß dem Wurzeltyp der Pflanze angepaßt sein: Für Flachwurzler eignet sich ein normaler oder sogar etwas abgeflachter Topf. Kleine Calamondinbüsche lassen sich sehr gut in Schalen pflanzen. Bei Pomeranzen oder auf ihnen veredelten Sorten, die im Gegensatz zu allen anderen 21-trusgewächsen Pfahlwurzeln haben, ist hingegen ein hoher Topf unbedingt nötig. Praxis: Zitrusgewächse pflanzen Die Haltung von Zitruspflanzen im Kübel setzt zwei Pflanzvorgange voraus. Zunächst werden pikierte Jungpflanzen in das erste richtige Pflanzgefäß getopft. Das Umtopfen von mittleren bis großen Exemplareil erfolgt dann in einem Rhythmus von 3 Jahren. Bei sehr großen, baumartigen Zitrusgewächsen, die bereits in einem großen Kübel stehen, reicht es aus, einmal jahrlich die Oberfläche des Substrats aufzufrischen. Ein- und Umtopfen von Jungpflanzen Zeichnungen 2 bis 5 Bereiten Sie zunächst den für Ihre Ziitru.spflanze bestimmten Topf vor. Tontöpfe müssen vor dem Gebrauch gewässert werden, damit die Tonwände nicht die Feuchtigkeit aus der Pflanzerde ziehen. Dann füllen Sie eine 2-4 cm dicke. Drainageschicht aus Blähtongranulat oder Lavagestein ein. Bei mehrere Liter fassenden Trögen mit einem entsprechend großen Drainageloch am Boden sollte dieses zuvor mit einer gebogenen Tonscherbe abgedeckt werden. Anschließend füllen Sie mit einem Teil des Substrats auf. Jetzt lösen Sie die Pflanze vorsichtig aus dem alten Topf und überprüfen den Ballen auf Bewurzelung. Hierzu legen Sie eine Hand schützend auf die Ballenoberflache und klemmen dabei die Pflanze zwischen Zeige- und Mittelfinger. Dann schlagen Sie den Topf leicht auf eine Tischkante, dadurch löst sich der Ballen vom Topfrand und läßt sich problemlos herausheben. Sieht man auf der Ballenoberfläche mindestens 3-4 Wurzeln, kann die Jungpflanze bedenkenlos eingetopft werden. Bei älteren, 1 Im »Versailler Kübel« wird ebenfalls zunächst eine Drainageschicht aus Lavagestein oder Blähtongranulat eingefüllt. zum Umtopfen reifen Exemplaren ist der Ballen oft sehr fest von einem dicken Wurzelgeflecht durchzogen. Hier muß mit den Fingern der Ballen vorsichtig, ohne dabei die Wurzeln zu beschädigen, aufgelockert werden. Nun stellen Sie den Topfballen auf die vorgefertigte Drainageschicht in den neuen Topf und schütten mit der anderen Hand die Erde ein. Am Außenrand des Topfs wird die Erde fest, im Bereich des Wurzelhalses vorsichtig angedrückt Die Pflanze sollte fest im Topf sitzen. Der Stamm darf sich beim Antippen nicht mehr bewegen. Wichtig: Lassen Sie auf jeden Fall einen Gießrand (entspricht der Höhe des markierten Topfrandes) und gießen Sie anschließend einmal kraftig. Bei die-sem ersten Guß müssen der Ballen und die neue Erde gut durchfeuchtet werden. Pflanzung in »Versailler Kübel« Auch hier füllen Sie zunächst in den Holztrog eine Drainageschicht aus Blähtongranulat, Lavagestein oder Tonscherben ein und geben eine Schichl Pflanzsuhstrat darüber. Dann setzen Sie die Pflanze mit dem Ballen darauf und füllen 4- bis 5 mal mit Substrat auf. Zwischen jedeim Einfüllen drücken Sie die Erde in den Kübelwinkeln mit einem Holzholm fest und um den Ballen herum mit bei den Händen mittelstark an. Aurfrischen des Substrats Bei großen Kübeln wird nach dein Ausräumen aus dem Winterquartier ein Auffrischen des Substrats vorgenommen. Sie entfernen dazu behutsam die oberste Erdschicht je nach Topfgröße bis zu einer Tiefe von 5- 15 cm. Dann lockern Sie die Erdoberfläche leicht auf und lullen mit frischem Substrat auf. Gleichzeitig kann organischer Dünger zugegeben werden. Mein Tip: Ein Kleinrupper erleichtert das Auflockern der Erdoberfläche und erlaubt eine bessere Durchlüftung des Substrats. Das Substrat: Fast alle Zitruspflanzen lieben eine leicht saure Erde (pH-Wert 5.5 bis 6.5), die reich an organischer Substanz ist (Humusanteil). Eine Ausnahme bildet die Pomeranze: Sie paßt sich allen Säurebereichen an und wachst auch gut in einer Erde die eher alkalisch Ist (pH-Wert 0.5-7). Zu den Pomeranzen gehören folgende Zilrusgewachse: Citrus aurantium,. Citrus myrtifolia und alle auf Cirus aurantium Sorten. Mein Tip: Sie können im Fachhandel nach einer Spezialmischung für Zitruspflanzen fragen. In einer Gärtnerei oder Baumschule die auf mediterrane Pflanzen und insbesondere auf Zitrusgewächse spezialisiert ist, wird man Ihnen sicherlich auch ein Substrat nach dem auf obiger zusammen Mischung Rezept zusammenmischen. Die Drainageschicht Die Drainageschicht darf keinesfalls fehlen, denn Zitruspflanzen reagieren überaus empfindlich auf Staunässe. die hauptsächlich durch Luftmangel im Wurzelbereich verursacht wird. Pflanzenwurzeln brauchen ja nicht nur Wasser, ohne Sauerstoff können sie weder Nährstoffe aufnehmen noch die wichtigen Stoffwechselprozesse ablaufen lassen. Eine Drainagcsehicht ist deshalb ein zusätzlicher Schutz gegen Sauerstoffmangel. Die geeignetsten Materialien sind Blahtongranulat- Lavagestein. Ton oder zerkleinerte Tonscherben. |